new ways og working
Industry 4.0

Software für flexible Fertigung

6 Minuten

Die Digitalisierung ver?ndert unsere Arbeitswelt, transformiert sie tiefgreifend und disruptiv. Doch was bedeutet das für produzierende Unternehmen und ihre Mitarbeiter genau? Bosch und der Lichtkonzern OSRAM zeigen heute bereits, wie sie aussehen k?nnte – die Fertigung von morgen.

Smarte IT gefragt

OSRAM furnace

Lean, Operational Excellence, Six Sigma – es ist nicht so, als h?tte das Berliner Werk von OSRAM nicht bereits einige Ver?nderungsprozesse mit neuen Methoden hinter sich gehabt. In der über 100-j?hrigen Geschichte hat das Unternehmen seine Qualit?t fortlaufend optimiert und die Produktivit?t kontinuierlich gesteigert. Doch 2016 musste sich der Maschinenbauingenieur und Industrie-4.0-Manager Dr. Frank Sroka eingestehen: ?Mehr Automatisierung, mehr kontinuierliche Verbesserung war nicht mehr m?glich.“

Die Herausforderungen blieben: Die Mengen schwankten und die Produktion musste bei gleichbleibender Qualit?t noch flexibler und effizienter werden. OSRAM wusste, dass die Anforderungen nur durch eine smarte IT-L?sung erfüllt werden k?nnen – und suchte sich mit Bosch den passenden Partner. Gleichzeitig war Frank Sroka wichtig: ?Wir müssen alle im Unternehmen mitnehmen. Gerade bei innovativen Projekten ist das ein ganz wichtiger Punkt.“

?Wir müssen alle im Unternehmen mitnehmen. Gerade bei innovativen Projekten ist das ein ganz wichtiger Punkt.“

Dr. Frank Sroka, verantwortlich für Industrie 4.0 bei OSRAM

Ein Tool, eine Mission

OSRAM Ticketmanager

Bei der gemeinsamen Entwicklung der Industrie 4.0 L?sung war Bosch und OSRAM schnell klar: Es geht nicht blo? um ein neues Tool. Die gesamte Organisationsstruktur wird sich ver?ndern. Gefragt war ein zentrales System, das Maschinen vernetzt, sie in Verbindung zueinander setzt und die n?chsten Handlungsschritte anzeigt. Die L?sung: Die Bosch-Software ?Production Performance Manager“ führt seit 2017 Daten aus rund 80 Maschinen zusammen, harmonisiert und verarbeitet sie. Anschlie?end werden die Daten auf eine zentrale App gespielt, den OSRAM Ticketmanager. Er verwandelt sie in konkrete Handlungsanweisungen und Aufgaben. Wo immer sich die Produktionsmitarbeiter befinden: Dank der App kennen sie über ihr Diensthandy stets den Status ihrer Anlagen und wissen, wo Wartungsarbeiten anstehen, Material nachgeliefert werden muss oder eine Maschine eine St?rung hat.

Smart, effizient, flexibel: So funktionieren die neuen Arbeitsprozesse bei OSRAM

Den Wandel mitgestalten

OSRAM Ticketmanager details

Das Besondere der L?sung: Das bisherige Arbeitsgefüge mitsamt Hierarchien verliert seine Gültigkeit. ?Der Ticketmanager ist das wesentliche Werkzeug, um neue Strukturen in der Fertigung zu schaffen“, so Frank Sroka. Auf Basis der Daten und definierter Schwellenwerte gibt die App vor, welche Handlung für eine reibungslose Produktion erforderlich ist. Die Arbeitsauftr?ge erh?lt automatisch ein verfügbarer und für die Aufgabe qualifizierter Mitarbeiter. Das hei?t: OSRAM hat maschinengebundenes durch aufgabenbezogenes Arbeiten ersetzt. Früher war ein Mitarbeiter für eine Maschine zust?ndig und hat sie überwacht. Heute ist die Belegschaft flexibel im Einsatz und hat ein gr??eres Aufgabenspektrum.

Auch wenn das Tool den Takt vorgibt: Die Mitarbeiter haben jederzeit noch ein W?rtchen mitzureden. Sie nehmen die Aufgabe an, delegieren sie weiter oder binden den Vorgesetzten ein. Im Vorfeld haben sie die Regeln der App selbst mitdefiniert, da sie aus ihrer Erfahrung heraus genau wissen, welches Verhalten in welcher Situation am zielführendsten ist. Dieses Regelwerk steht gemeinsam mit den Fachkr?ften immer wieder neu auf dem Prüfstand – und l?sst sich flexibel anpassen und optimieren.

?Der Ticketmanager ist das wesentliche Werkzeug, um neue Strukturen in der Fertigung zu schaffen.“

Dr. Frank Sroka

Agiler arbeiten

Working out loud

Um wegweisende L?sungen wie den Ticketmanager gemeinsam mit Kunden zu entwickeln, arbeitet auch Bosch fortlaufend an der Vernetzung eigener Arbeitsstrukturen. Als eines der weltweit ersten Gro?unternehmen setzt Bosch verst?rkt auf das Selbstlernprogramm Working Out Loud (WOL). Das Ziel: Expertisen über Bereichs- und Hierarchiegrenzen hinweg schneller zug?nglich zu machen, Weiterbildung selbstverst?ndlicher in den Alltag zu integrieren und die Innovationskraft zu st?rken. Je fünf Mitarbeiter treffen sich über zw?lf Wochen hinweg einmal in der Woche virtuell, um eine selbst gew?hlte Aufgabe zu l?sen. Dabei steht den Gruppen frei, wie sie sich organisieren. Die Methode kommt gut an: 2017 hat sich die WOL-Community verdoppelt auf rund 2 200 Mitarbeiter aus 45 L?ndern.

Fazit

Ein Projekt von Bosch für den Lichthersteller OSRAM zeigt, wie der Weg hin zur flexiblen Fertigung aussehen kann: S?mtliche Maschinen sind vernetzt und aus den Daten leitet ein Bosch-Softwaresystem Aufgaben ab, die es in Echtzeit auf die Diensthandys der Mitarbeiter spielt. Auch Bosch setzt auf agile Methoden und nutzt weltweit das Selbstlernprogramm Working out loud.

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